Abenteuer auf dem Gesundaberget

Eines war sicher – dieses Wochenende wollte ich wandern. Ich hatte auch schon eine Strecke herausgesucht und mir Gesellschaft in Form von Mama und ihrem Hund gesichert. Am Sonntag sollte es losgehen. Doch dann hat meine lokale Lieblingsoutdoorhomepage Mora Outdoor einen neuen Wanderpfad veröffentlicht und den musste ich natürlich sofort testen. Bereits am Samstag bin ich also alleine losgezogen, um die Buudrundan am Gesundaberget zu testen.

Der Gesundaberget ist schon seit langem eine meiner Lieblingsstellen, denn hier hat man immer eine grandiose Aussicht, auch wenn der Aufstieg entlang der Skipiste vielleicht nicht die allerschönste ist. Man kann den Aufstieg aber immer als gutes Training abhaken und die Aussicht macht das alles wett. Und jetzt gab es also noch einen Grund, die Skiposte hoch zu kraxeln, denn die Buudrundan startet etwas unkonventionell auf dem Gipfel. Von dort aus führt sie die Rückseite des Berges herunter zu einem Waldsee und dann wieder hinauf zum Gipfel. Klingt doch gut, oder?

Los ging’s! Der Himmel war noch dramatisch bewölkt, als ich losgezogen bin. Diesmal bin ich nicht stur die große Skipiste raufgelaufen, sondern habe einen der kleineren Pfade neben der Piste benutzt. Schön steil, aber vor allem naturschöner! Und wenn man außer Atem kommt, kann man sich einfach umdrehen, und kurz die Aussicht genießen, die mit jedem Höhenmeter besser wird.

Auf dem Weg zum Gipfel hat man hier oft Gesellschaft von Joggern, Spaziergängern und diesmal auch Fahrradfahrern, die es nicht lassen konnten, ein bisschen Downhill zu fahren, obwohl der Lift geschlossen war. Wir hatten alle gemeinsam, dass wir ordentlich gekeucht haben auf dem Weg nach oben.

Dort angekommen, habe ich erstmal ausgiebig fotografiert und gleichzeitig wieder Atem geschöpft. Egal, ob es bewölkt ist oder die Sonne scheint – ich mag die Aussicht über Sollerön und die Wälder im Süden unheimlich gern.

Als ich durch die Büsche unterhalb des Restaurants Toppstugan geklettert bin, um neue Fotowinkel zu finden, wurde mein Ausflug gleich etwas abenteuerlicher. Ich wäre nämlich um Haaresbreite auf eine kleine Schlange getreten! Zusammengerollt lag sie zwischen ein paar Blaubeerzweigen und schaute mich kritisch an. Ich weiß leider nicht besonders viel über Schlangen, auch wenn ich weiß, dass es in Schweden nur eine einzige giftige Schlange gibt – die Kreuzotter.

Japp, es war eine Kreuzotter! Zum Glück hat sie sich von mir nicht aus der Ruhe bringen lassen. Und ich habe zum Glück keine besondere Angst vor Schlangen, aber so ein bisschen nervös wurde ich schon, als ich sie keine 30 cm von meinen Fuß entfernt entdeckt habe…

Ich bin dann sicherheitshalber auf einen großen Stein mit einem Meter Sicherheitsabstand geklettert, habe sie von dort aus fotografiert und habe mich dann schleunigst aus dem Staub gemacht.

Jetzt wurde es wirklich Zeit für die Buudrundan! Nach kurzem Suchen fand ich die erste Markierung hinter dem Mast der Liftstation, von wo es auf einem kleinen Pfad bergab ging. Hier kreuzten sich einige der Downhill-Pfade, aber ich folgte brav den blauen Markierungen. Leider. Als ich – wie erwartet – einen Feldweg kreuzte, der vom Fuß des Berges Richtung Gipfel bergauf führte, fand ich nämlich die Fortsetzung nicht. Ich lief ein paar Mal jeweils mehrere hundert Meter bergauf und bergab – gutes Beintraining, aber sonst eher weniger spannend – bevor ich dann endlich ein gutes Stück weiter oben den Pfad fand.

Von hier aus ging es durch einen dichten Kiefernwald stetig bergab, bis sich der Wald etwas lichtete.

Hier konnten meine Beine nach dem steilen Abstieg ein bisschen entspannen und ich konnte den typisch schwedischen Wald genießen.

Noch eine Kurve und schon konnte ich den Hundtjärn – den Hundeteich – durch die Bäume blitzen sehen. Da der ungefähr auf halber Strecke lag und ich dank meines Umwegs schon länger unterwegs war als geplant, habe ich hier erstmal Rast gemacht und mein Vesper ausgepackt.

Hier war es wunderbar idyllisch und das einzige Geräusch, das zu hören war, waren ein paar Hummeln und andere Insekten, die im Moos nach Nahrung suchten.

Vom Hundeteich aus ging es bald schon wieder bergauf und ab hier wurde es richtig interessant. Die Pause war allein schon deswegen eine gute Idee, weil meine Beine kurz ausruhen konnten und ich neue Energie sammeln konnte. Die konnte ich jetzt gut gebrauchen.

Jetzt ging es nur noch bergauf – über Steine, über Baumstämme, die über dem Pfad lagen und zwischen Bäumen hindurch. Hier war der Wald unglaublich schön. Weiße und grüne Moospolster wechselten sich mit Blaubeer- und Preiselbeerbüschen ab und plötzlich stand ich vor einer massigen Steinwand.

Hier kam ganz klar der anspruchsvollste Teil der Wanderung, den ich aber gut bewältigen konnte. Der Pfad führte an den Felsblöcken vorbei und dann hinauf. Hier hing netterweise ein Seil herunter, an dem man sich beim Aufstieg festhalten und hochziehen konnte.

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Geschafft! Blick von oben

Auch wenn der Weg sehr gut markiert war – und mit dem Seil auch gut ausgestattet – gab es immer wieder Hindernisse im Weg, die überwunden werden mussten. Das hat richtig Spaß gemacht, auch wenn ich meine Beine immer mehr gespürt habe. Als ich endlich am Aussichtsplatz ankam, fühlten sie sich an wie aus Gummi.

Die müden Beine waren bei der fantastischen Aussicht schnell vergessen. Unglaublich schön! Am liebsten wäre ich noch länger dort geblieben – Reste einer Feuerstelle zeigten, dass ich mit dem Wunsch nicht alleine war – aber so langsam lief mir die Zeit davon. Also haben mich meine müden Beine tapfer weiter getragen. Zum Glück war die größte Steigung hier bereits geschafft, auch wenn weiterhin so manches Hindernis zu überwinden war.

Irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich schon seit einer Weile keine blauen Markerungen mehr gesehen habe. Da ich mich aber auch nicht an eine Abzweigung oder dergleichen erinnern konnte, ging ich davon aus, dass ich immer noch auf dem richtigen Pfad war, auch wenn dieser immer schmaler wurde. Und tatsächlich – kurz danach konnte ich den Siljansee und Sollerön schon wieder hinter den Bäumen erkennen.

Geschafft! Jetzt lag nur noch der Abstieg vom Gipfel vor mir, der entlang der Skipiste aber immerhin einfach zu finden und zu bewältigen war. Diesmal war ich fast ganz alleine dort unterwegs.

Was für ein toller Ausflug das war! Und nicht nur eine kleine, leichte Wanderung, wie ich zuerst dachte, sondern ein richtiges Abenteuer, inklusive Giftschlangen, Kletterpartien und grandiosen Aussichten. Auch wenn der Gesundaberget ohnehin schon hoch im Kurs bei mir steht, konnte ich diesmal eine neue Seite entdecken, die mir unglaublich gut gefallen hat. Anstrengend war es – absolut. Heute habe ich Muskelkater. Und sehr viele neue, schöne Erinnerungen.

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1 Kommentar

  1. […] Nach einer kurzen Foto- und Trinkpause – und weil die Toppstuga gerade geschlossen hat, als wir Lust auf Waffeln bekommen haben – ging es weiter, und zwar auf den Vildmarksstigen – dem Wildnispfad. Wer den nicht kennt, findet ihn eher nicht zufällig, dabei lohnt er sich wirklich! Kurz hinter der Toppstuga geht ein kleiner unscheinbarer Pfad in den Wald und schlängelt sich ca. einen Kilometer weit um den Gipfel des Gesundabergs. Auf der Rückseite des Bergs kommt man an einem Aussichtsplatz vorbei, den ich damals im Sommer entdeckt habe. […]

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