Teneriffa II – Ausflug zum Teide

Nach zwei, drei ruhigen Tagen am Strand wurde es Zeit für unseren ersten größeren Ausflug. Dieser führte uns zum Touristenziel Nr. 1 – dem Vulkan Teide. Mit 3718 m ist der Vulkan nicht nur der höchste Punkt Teneriffas, sondern ganz Spaniens. Von dort aus hat man eine gigantische Aussicht über die gesamte Insel, je nachdem wo man steht. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Und wann bekommt man noch mal wieder die Gelegenheit, auf so einem hohen Berg zu stehen und auf die Welt herunter zu sehen?

Zu Fuß wollten wir uns das allerdings nicht antun, dafür haben wir zu wenig Wandererfahrung. Stattdessen haben wir erstmal einen Roadtrip gemacht, der uns zur Seilbahnstation am Teide bringen sollten. Da wir gerade im falschen Moment abgelenkt waren, haben wir die Ausfahrt verpasst und auf diese Weise etwas mehr von der Gegend gesehen als geplant…

Doch nachdem diese erste Schwierigkeit überwunden war, ging es über malerische kleine Straßen bergauf, weg von den Touristenorten und der Autobahn. Kurvenreich schlängelte sich das Sträßchen den Berg hinauf, durch immer kleinere Dörfer, vorbei an schroffen Felsen, blühenden Kakteen und grün leuchtenden Pinien.

Ich hätte am liebsten ständig angehalten, um Fotos der sandfarbenen Felsen in Kombination mit den grünen Pinien zu machen, aber leider gab es dazu kaum Möglichkeiten. So habe ich die Eindrücke in mich aufgesaugt so gut es ging, denn die kurvige Straße erforderte meine ganze Aufmerksamkeit, allein schon weil auf einer Seite immer ein Abgrund gähnte.

Schließlich kamen wir über eine vorerst letzte Kuppe und die Gegend änderte sich radikal. Keine grünen Pinien und blühenden Kakteen, soweit das Auge reichte, stattdessen eine riesige, kahle Mondlandschaft. Brauntöne und Grautöne verschiedenster Art wechselten sich mit kleinen Farbtupfern in Grün und Gelb ab.

Wir konnten uns gut vorstellen, dass hier schon Szenen mehrerer Filme aufgenommen wurden, die auf fernen Planeten spielen – wir fühlten uns wie in einer anderen Welt. Eine Welt, die nicht unbedingt schön war, sondern kahl, schroff und unnachgiebig, aber dennoch beeindruckend. Man konnte gut ahnen, dass bei der Entstehung dieser Kraterlandschaft unglaubliche Naturkräfte am Werk waren.

Auch wenn wir den Teide schon vom Strand aus sehen konnten, hatten wir erst hier die Möglichkeit, ihn ausgiebig zu bestaunen.

Jetzt konnte uns nichts mehr aufhalten und wir haben uns schnell zur Seilbahn begeben. Hier durften wir erstmal eine Weile Schlange stehen, da wir keine Tickets vorgebucht hatten. Es kamen und gingen einige Seilbahnkabinen, bevor wir an der Reihe waren. Jonas ist kein Fan von Höhen, aber die Fahrt zur Bergstation lief gut, auch wenn wir ziemlich mittig standen und uns nirgendwo festgehalten. So konnten wir uns immerhin schonmal mit den deutschen Touristen neben uns anfreunden, die genau wie wir bei jedem Mast gut durchgeschaukelt wurden.

Oben angekommen war es deutlich wärmer als die angekündigten 7 °C. Wir konnten zum Glück einen Tag mit schönem Wetter für diesen Ausflug wählen, auch wenn die Sicht nicht perfekt war. So oder so ist die Aussicht beeindruckend! Wir schauten uns erst eine Weile den Blick über das Meer an, bevor wir uns zur kleinen Wanderung zu einem Aussichtspunkt aufrafften.

Weit war der Weg nicht, aber wir konnten trotzdem schnell feststellen, dass wir keinerlei Training in Höhenlagen besitzen. Obwohl es nur leicht bergauf und bergab ging, merkten wir die dünne Luft direkt. Herzklopfen, Kopfschmerzen und Atemlosigkeit – alles nur leicht, aber dennoch spürbar. Wir hatten es aber nicht eilig und blieben immer mal wieder stehen oder sitzen und nutzten die Gelegenheit, die seltsame Gegend zu bewundern. Wir waren beileibe nicht alleine, sondern schlängelten uns mit einigen anderen Touristen gemächlich den Pfad entlang. Alle möglichen Sprachen waren zu hören, vor allem aber Deutsch.

Schließlich kamen wir am Aussichtspunkt Mirador de la Fortaleza an. Hier hatte man eine tolle Aussicht über den nordöstlichen Teil der Insel, der sich mit seinen tiefen, grünen Wäldern deutlich vom kargen, trockenen Süden unterscheidet. Eine tiefe Wolke drückte sich vom Meer an aufwärts – ein Wetterphänomen, das an der Nordküste anscheinend öfter auftritt, wie wir an einem späteren Teil der Reise noch feststellen konnten.

Während wir am Aussichtspunkt eine kleine Pause einlegten und die Aussicht bewunderten, kraxelten über uns die ganz Mutigen bis zum Gipfel hinauf. Den Wanderpfad dorthin darf man nur nach vorheriger Registrierung gehen und gute Wandererfahrung in Höhenlagen wird stark empfohlen. Dort oben wird nicht nur die Luft noch dünner, sondern auch voller Schwefelgeruch, was das Atmen zusätzlich erschwert. Auf unserem Wanderpfad war davon nichts zu merken, aber als wir später noch ein Stück in die andere Richtung gingen, konnten wir den Schwefel auch riechen.

Nachdem wir uns an der speziellen Vulkanlandschaft satt gesehen hatten, ging es wieder mit der Gondel talabwärts. Diesmal hatten wir einen Fensterplatz und konnten die Aussicht bis zum Meer nochmal richtig genießen.

Auch wenn das Ticket für die Gondel recht teuer war, waren wir froh, dass wir den Ausflug gemacht haben. Die Aussicht und Szenerie war wirklich fantastisch und für uns sehr ungewöhnlich. Und auch auf dem Nachhauseweg musste ich noch mehrmals das Auto parken und mit der Kamera aus dem Auto springen.

Wir hatten nicht nur Glück mit dem Wetter, sondern auch mit der Jahreszeit, denn wir waren genau rechtzeitig, um die großen Natternköpfe blühen zu sehen. Die werden mannshoch und sind mit unzähligen kleinen roten Blüten übersäht – sehr beeindruckend!

Dieses Exemplar war ungefähr so groß wie ich. Auf Englisch heißt es übrigens Turm der Juwelen, was doch ein sehr viel passenderer Name ist, finde ich.

Nach dem Tagesausflug auf den Teide war es wieder Zeit für einen schönen Strandtag in Alcalá, wo wir baden, lesen und entspannen konnten.

Zwei Tage später sind wir dann zum nächsten Ausflug aufgebrochen, der uns in die nahegelegene Höllenschlucht führen sollte – klingt gefährlich, ist es auch! Sobald ich die Bilder zur Wanderung zusammengestellt habe, gibt es hier den ausführlichen Bericht.

1+

2 Kommentare

  1. Ursula und Günter sagt: Antworten

    Ja der Teide ist schon etwas Besonderes!!! und die Landschaft drum herum ebenso. Mich fasziniert das immer wieder.
    Besonders toll ist die Aufnahme vom Strand bei Alcala. Wie hast Du das bloss hinbekommen. Auch so eine Lieblingsecke von mir.
    Liebe Grüße Ursula

    0

    1. Ja, der Teide war wirklich einen Ausflug wert. Und Alcalá wurde auch für uns schnell zur Lieblingsecke. Wir hatten Glück, dass nur eine Familie am Strand war als wir dort im Abendlicht vorbei kamen. Wir mussten allerdings erst einmal um den Block laufen und etwas lauern, bis ich den Strand so menschenleer aus dem Winkel ablichten konnte 😉 das letzte Bild ist mit einer längeren Belichtungsdauer aufgenommen, sodass die Wellenbewegung verschwimmt.

      0

Schreibe einen Kommentar