Hallo, Herbst!

Der Herbst ist da – irgendwie! Die Tage werden spürbar kürzer, das Laub zeigt sich in seinen schönsten Farben und zuhause werden wieder öfter mal Kerzen angezündet. Gleichzeitig hat sich hier schon seit Wochen eine dicke Wolkendecke festgesetzt, die alle kalten Temperaturen von uns fernhält. Im Fernsehen wurde dieses Wochenende verkündet, dass wir uns immer noch im meteorologischen Sommer befinden, da sich die Tagesdurchschnittstemperatur immer noch über 10 °C befindet. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – es ist Oktober und wir haben Sommer! In Schweden! Wer hätte das gedacht…

Es ist allerdings ein trüber Sommer. Die ständige Wolkendecke hat mir die letzten Wochen die Fotolaune etwas vermiest. Meine Energie und Zeit reicht unter der Woche gerade nicht mehr für Ausflüge in den Wald – wird ja jetzt auch schon früher dunkel – sodass meine ganze Wald- und Fotohoffnung auf den Wochenenden liegt. Und die sind regelmäßig trüb bis verregnet gewesen. Dieses Wochenende ist mir da aber die Geduld ausgegangen und ich habe beschlossen, dass ich raus muss, mit der Kamera, egal wie das Wetter ist! Und zwar auf den Gesundaberget, damit ich Sollerön in schönen Herbstfarben sehen würde.

Auch wenn ich mir einen strahlend sonnigen Herbsttag gewünscht hätte, gegen die Wolken war nichts zu machen. Nur ab und zu tat sich für eine Minuten ein winziges Loch auf und strahlte einen kleinen Fleck an.

Da Mama noch nie ganz oben auf dem Berg war, habe ich sie und Momo mitgenommen. Wir haben uns links der Piste nach oben gearbeitet, dort begegnet man normalerweise kaum einem Menschen, sodass wir Momo frei springen lassen konnten. Der Lift war nämlich noch offen für alle Downhill-Mountainbiker, die wir definitivt nicht durch einen kleinen vorwitzigen Hund zu Fall bringen wollten.

Um den kleinen, steilen Pfad herum waren die schönsten Herbstfarben zu sehen, die Blaubeerbüsche leuchteten mit den anderen Pflanzen um die Wette. Kurioserweise habe ich während des Aufstiegs kein einziges Bild gemacht – das ist noch nie passiert – was daran lag, dass Mama mich überredet hat, ihre Nordic-Walking-Stöcke zu testen. Die waren tatsächlich ganz angenehm, vor allem an den steileren Stellen. Als wir oben auf dem Gipfel ankamen, waren wir alle außer Atem, selbst Momo ließ die Zunge raushängen und hatte Schaum im Bart.

Nach einer kurzen Foto- und Trinkpause – und weil die Toppstuga gerade geschlossen hat, als wir Lust auf Waffeln bekommen haben – ging es weiter, und zwar auf den Vildmarksstigen – dem Wildnispfad. Wer den nicht kennt, findet ihn eher nicht zufällig, dabei lohnt er sich wirklich! Kurz hinter der Toppstuga geht ein kleiner unscheinbarer Pfad in den Wald und schlängelt sich ca. einen Kilometer weit um den Gipfel des Gesundabergs. Auf der Rückseite des Bergs kommt man an einem Aussichtsplatz vorbei, den ich damals im Sommer entdeckt habe.

Als wäre es ein Zeichen, kam gerade die Sonne heraus, als wir dort ankamen. Kurzerhand haben wir beschlossen, dort unsere Rast einzulegen. Gemütlich an einen der Steine gelehnt haben wir uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und versucht, Momos Blick zu widerstehen, der um Futter gebettelt hat.

Hier saßen wir, bis uns kalt wurde, so schön war es. Vor uns lag nur Wald. Wald und Hügel, die sich bis zum Horizont erstreckten und von der Sonne immer wieder mal angestrahlt wurden. Aber richtig gewärmt hat die Sonne leider nicht mehr und so mussten wir uns danach erstmal wieder warmlaufen.

Als wir am Ende des Pfads beim Lift rauskamen, konnten wir feststellen, dass wir den Berg jetzt für uns alleine hatten. Der Lift stand still, es waren weder Mountainbiker noch Wanderer zu sehen. Statt die Piste herunter zu laufen, haben wir eine der Downhillabfahrten gewählt, die optisch etwas ansprechender war.

Über die Abfahrt Skogsmys ging es bergab, während die Sonne hinter den Bäumen versank. Nach guten anderhalb Kilometern waren wir wieder am Parkplatz angekommen.

Momo schaute uns zwar wie immer vorwurfsvoll an, als wir sie ins Auto verfrachten wollten, aber auf der Rückfahrt war sie doch recht ruhig, statt wie üblich im ganzen Auto herum zu turnen. Also haben wir selbst sie – kurzzeitig – müde gekriegt. Wir waren jedenfalls zufrieden mit unserer kleinen Bergwandertour. Wir haben schöne Herbstfarben und den See gesehen, riesige Blaubeeren gefunden, die oben auf dem Berg sicher vor eifrigen Pflückern waren und wir haben sogar etwas Sonne abgekriegt.

Ich hoffe zwar, dass ich noch mehr Chancen bekomme, die schönen Herbstfarben zu fotografieren, bevor das Laub dann komplett auf dem Erdboden liegt, aber immerhin konnte ich ein paar Stunden lang den Herbst genießen.

Jetzt fehlen nur noch kältere Temperaturen, die Morgennebel hervorzaubern und ein blauer Himmel, der nicht nur die Herbstfarben zum leuchten bringt, sondern auch die Polarlichter über uns tanzen lässt. Mal schauen, was der Oktober dieses Jahr zu bieten hat!

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2 Kommentare

  1. Wunderschöne Bilder, Birte. Ich bekomme richtig Lust auf Natur und Wald.
    Auch hier ist es schon richtig bunt. Zum Wochenende erreichen wir dann wohl den Hochsommer 😊-es sollen wieder über 20 Grad werden.
    Vermisse dich.

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    1. Pack deine Mädels und genieß den Herbst draußen! Schnell genug kommt das Matschwetter 😉 Hier ist es noch eine kurze Zeit lang bunt, aber wenn dann alles Laub unten ist, warte ich auf den Schnee. Leider kommt er jedes Jahr später… der November ist ein harter Monat – auch was die Fotomotivation angeht 😊 genieß die letzten warmen Tage!

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