Magische Schneeschuhwanderung auf den Gopshusberg

An manchen Tagen lächelt das Glück auf einen herab. Der erste Schneeschuhwandertag dieses Jahr ist so ein Tag. Nach einer herrlichen Wanderung auf dem Hökberg machen mein Kumpel Micke und ich uns auf den Weg nach Gopshus, denn wir können einfach noch nicht genug kriegen von diesem wunderschönen Winterwunderland. Hier gibt es den kurzen, aber steilen Linnéstigen. 2,8 km erscheint uns genau richtig als Abschluss unseres Wandertages.

Wir parken das Auto am Skilift und stärken uns mit einer Tasse Tee und Kaffe, bevor es losgeht. Wir finden das Schild, das uns den Weg weist, direkt. Los geht’s! Schon bald darauf haben wir den Trubel des Skihangs hinter uns gelassen. Zunächst folgen wir einer Schneemobilspur, aber schon bald zweigt der Pfad den Hang hinauf ab und hier müssen wir uns selber den Weg bahnen. Ich überlasse bescheiden Micke den Vortritt.

Zum Glück können wir auch hier halb verschneiten Spuren folgen, denn der Wanderweg ist zwar deutlich, aber nur in großen Abständen ausgeschildert.

Außer dem Knirschen des Schnees und meinem Keuchen sind keine Geräusche zu hören. Es geht steil bergauf und wir bahnen uns den Weg durch eine dicht verschneite Landschaft. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich stehen bleibe, um mich verzaubert umzuschauen. Auch die Elche mögen diesen Wald, ihre Spuren kreuzen mehrmals unseren Pfad.

Auch wenn der Wanderpfad nur kurz ist, ist er nicht zu unterschätzen. Ich komme ordentlich ins Schwitzen und spüre meine Beine, die jetzt immerhin schon den zweiten Berg an einem Tag erklimmen. An der steilsten Stelle hängt ein Seil, aber dank unserer Stöcke kommen wir auch ohne dessen Hilfe oben an. Hier lichtet sich der Wald und wir bleiben stehen, um die Sonnenstrahlen zu genießen, die ihren Weg durch die Bäume finden.

Endlich oben! Von Frieren kann keine Rede mehr sein und die kalten Hände sind längst vergessen. Hinter den Bäumen können wir die erste Aussicht erahnen. Als wir den Windschutz entdecken, erinnert mich mein knurrender Magen daran, dass er schon lange nichts mehr zum Essen bekommen hat. Aber er muss noch ein paar Minuten warten. Erst müssen wir die fantastische Aussicht genießen.

Der Spjutmosee mit dem Orsasee im Hintergrund

Wir gratulieren uns gegenseitig zu unserer Entscheidung, erst hier oben Mittag zu essen. Das Warten hat sich definitiv gelohnt! Bei so einer tollen Aussicht schmeckt das Mittagessen gleich viel besser – auch wenn es nur ein belegten Brötchen ist.

Wir bleiben sitzen und genießen die Pause, bis uns kalt wird. Die Sonne nähert sich den Baumwipfeln und erinnert uns daran, dass es bald dunkel wird. Aber es ist schwierig, sich von diesem wunderschönen Ort loszureißen.

Das Dorf Hökberg, in dem wir unseren Wandertag gestartet haben

Ab hier können wir keinen Spuren mehr folgen und sinken immer wieder in den tiefen Schnee ein. Keine Ahnung, ob wir dem Pfad noch folgen, aber wir hören den Skilift schon und wissen, dass wir über die Piste wieder absteigen wollen. Die von der Abendsonne beleuchteten Baumwipfel heben sich wunderschön von den kalten blauen Schatten der dahinterliegenden Wälder ab. Eine Freude für mein Fotografenauge. Ich seufze zufrieden immer wieder vor mich hin. Wie oft wir die Worte „wow“ und „magisch“ schon verwendet haben, kann ich nicht mehr zählen.

Als wir uns dem Lift nähern, hören wir das Brummen der Schneekanonen. Winzige Schneeflocken wirbeln in einer Wolke um uns herum. Als ich zurück blicke, bricht sich das Licht der Abendsonne im Schneegewirbel.

Vor uns breitet sich ein grandioses Panorama aus. Und mir gehen mal wieder die Worte aus. Einen schöneren Abschluss hätten wir uns für unsere Schneeschuhwanderung nicht wünschen können.

Wir sind uns einig – es war ein magischer Tag und wir werden ihn womöglich nur schwer übertreffen können. Das Jahr beginnt jedenfalls richtig gut und wir freuen uns schon auf die nächste gemeinsame Schneeschuhwanderung!

Diese Route will ich auch im Sommer mal wandern – die Aussicht über die endlosen Wälder ist bestimmt auch dann wunderschön.

Blyberg, Vallsjöberg und Grjotberg im Abendlicht
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