Herbst in Dalarna

Die meisten, die mich kennen, wissen, dass der Herbst und der Winter meine Lieblingsjahreszeiten sind. Das Glücksgefühl, dass ich von goldenem Herbstlaub im Morgensonnenschein bekomme, lässt sich eigentlich nur noch von den ersten dicken Schneeflocken übertreffen.

Nach den hellen Sommernächten freue ich mich, wenn es abends wieder dunkel wird und ich die Lampen am Fenster einschalten kann. Abends auf dem Sofa bei Kerzenschein ein Buch zu lesen macht im Herbst auch mehr Spaß als im Sommer. Und auch wenn es schwieriger wird, meine freie Zeit draußen zu verbringen, gefällt es mir im Herbst unglaublich gut draußen.

Die Herbstfarben mit ihrer Skala von Gelb bis Rot sind definitiv meine Lieblingsfarben und das Licht an einem kalten Herbstmorgen ist im Prinzip unschlagbar. Die Natur öffnet ihre Schatzkammern und beschenkt uns mit Beeren, Pilzen und Farben, die das Herz noch bis in den Winter hinein wärmen können.

Dieses Jahr habe ich allerdings das Gefühl, mir rennt die Zeit davon. Die letzten Wochen waren hektisch und das Wetter oft grau und windig. Die Herbstfarben sind schon am Verschwinden und ich habe noch so viel auf meiner Herbstwunschliste.

Ich möchte zum Beispiel noch einmal meine Familie in schönen Herbstfarben fotografieren. Und dabei möchte ich gerne alle auf einem Bild versammeln. Nicht so einfach, wenn immer jemand arbeitet oder wenn Mattis sich mehr dafür interessiert, hinter der Kamera zu stehen und wild auf den Tasten herumzudrücken – vielleicht wird er auch mal Fotograf?

Ich möchte auch noch einmal Herbstpfifferlinge sammeln gehen und für den Winter trocken. Mein bisheriger Vorrat ist hauptsächlich durch Spenden von Freunden und Familie zustande gekommen. Aber selber Pilze pflücken gehen ist einfach schön.

Ich würde auch gerne noch einmal den Gesundaberget hoch laufen, am liebsten in Kombination mit einer Wanderung auf dem Siljansleden, die ich schon für den Sommer geplant, aber nicht geschafft habe.

Gesundaberget

Und ich will unbedingt noch einmal nach Fryksås – letztes Jahr bin ich im Oktober mit einer Freundin den Siljansleden nach Fryksås gewandert, dieses Jahr würde ich mich auch mit einem Spaziergang an den Bärenteich und ein paar leckeren Waffeln im Smidgården begnügen.

Fryksås

Und ich möchte gerne einen frostigen, klaren Oktobermorgen mit der Kamera draußen verbringen. Ich möchte den glitzernden Frost und die ersten Sonnenstrahlen fotografieren, die das Laub zum Glühen bringen.

Oder den Morgennebel, der aus den Wiesen oder vom Wasser aufsteigt.

Limsjön, Leksand

Ich werde mich Sicherheit nicht alles davon schaffen. Der Herbst ist ja schließlich da, um zur Ruhe zu kommen und ich werde mir daher keinen Stress machen. Der nächste Herbst kommt bestimmt und vielleicht habe ich nächstes Jahr mehr Zeit. Und auch wenn das Laub von den Bäumen gefallen hat und die starken Farben verblasst sind, gibt es noch viel Schönes draußen zu erleben.

Lusi, Bonäs

Das erste Eis, das sich in einer kalten Nacht auf die Waldseen legt. Oder der Rauhreif auf einem Zweig im Garten.

Vor zwei Jahren habe ich für mich das „Projekt November“ gestartet. November ist der Monat im Jahr, den ich am allerwenigsten mag. Alles ist hässlich, kalt, feucht und dunkel. Eine zähe Übergangsperiode zwischen den schönen Herbstfarben und dem winterlichen Schnee. Um aus diesen negativen Gedanken raus zu kommen, bin ich bewusst im November mit der Kamera losgezogen, um die Schönheit zu suchen. Und was soll ich sagen – der November hat es mir aber ganz schön gezeigt!

Musi, Bonäs

So einen schönen November habe ich noch nie draußen erlebt – vielleicht weil ich es gar nie versucht habe? Der November 2017 hat mir schönes Licht, tolle Spiegelungen, frostige Details und schöne Sonnenuntergänge serviert. Es war schwierig, ihn nicht zu mögen.

Siljan, Mora

Also haben wir uns versöhnt. Bis zum Jahr darauf. Ich hatte keinen Zeit für ihn, habe die Nächte durchgestillt und war kein einziges Mal mit der Kamera draußen. Und Mann, hat der November mir das übel genommen. Ich kann mich im Prinzip überhaupt nicht an ihn erinnern. War er schön? war er verregnet und kalt? Ich glaube er war nichts Besonderes. Aber dieses Jahr – dieses Jahr will ich mich wieder mit ihm versöhnen! Ein neues „Projekt November“. Oder vielleicht sollte ich es „Projekt Herbst 2.0“ nennen – sobald die Blätter von den Bäumen sind und die Farben verblassen, geht es los. Denn die Schönheit verschwindet noch lange nicht mit dem goldenen Laub und dieses Jahr werde ich mich wieder auf die Suche danach machen. Denn wer sucht, der findet!

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Ein Kommentar bei „Herbst in Dalarna“

  1. […] – ich machte auch die Bekanntschaft von Birte, die seit 2010 in Dalarna lebt. Auf ihrem Blog beschreibt sie Wanderungen und Erlebnisse in ihrer Heimat und dank ihrer tollen Beschreibungen habe […]

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