Ferien im eigenen Land – ein Ausflug nach Hudiksvall

Obwohl ich vier Wochen lang Sommerferien habe und Jonas nach wie vor in Elternzeit ist, haben wir dieses Jahr keine Reise geplant. Zuhause in Schweden ist es ja schließlich auch schön und mit kleinem Kind braucht man die Latte noch nicht so hoch legen. Aber ein bisschen Fernweh hat uns doch gepackt und so haben wir ein paar Tage Urlaub in der Nähe von Hudiksvall gebucht.

Unsere kleine Stuga war Teil eines Hälsingehofs 10 min von der Stadt Hudiksvall entfernt. Hier gab es Pferde, Hühner, Hasen und eine Katze – sehr zu Mattis Freude. Rund herum lagen Felder und Wiesen – sehr zu unserer Freude – die Aussicht war wunderbar.

Außerdem war es nicht weit bis zur Ostsee. Mit dem Auto fuhren wir an grünen und goldgelben Getreidefeldern vorbei, die in sanften Wellen entlang der Straße lagen, immer wieder unterbrochen von einem roten Bauernhof auf einer Anhöhe. Dann ging es durch knorrige Kiefernwälder, durch die sich immer wieder ein Blick auf das Meer erhaschen ließ. Am Straßenrand standen Schilder, die auf den Verkauf von frisch gefangenem Fisch hinwiesen. Und dann, als wir das Auto verließen – der Geruch nach Sand und Salz.

Der Himmel war bedeckt und es war windig, als wir die kleine Ostseeinsel Kuggören betraten. Hier parkt man das Auto gleich hinter der Brücke, die auf die Insel führt, der Rest der Insel ist autofrei und nur kleine Wege führen an den Stugas und Bootshäusern vorbei. Mit Mattis in der Kraxe spazierten wir gemütlich über die karge Insel. Links von uns lagen idyllische kleine Holzhäuser aneinander gereiht am Wasser – auf der geschützten Seite der Insel. Rechts von uns führten kleine, ausgetretene Pfade zu winzigen Holzhütten – den Plumpsklos.

Der Pfad schlängelte sich an Kiefern, Steinblöcken und Sommerblumen entlang und führte an der Fischerkapelle vorbei zu einem mehrere hundert Jahre alten Steinlabyrinth auf dem Norden der Insel.

Wir ließen uns eine Weile den Ostseewind um die Ohren wehen, bevor wir wieder gemütlich zurückspazierten. Auf dem Rückweg machten wir noch beim letzten Fischer von Kuggören Halt, um ein Stück frisch geräucherten Fisch zu kaufen. Er erzählte uns, dass alle anderen Fischer aufgegeben hatten und auch sonst nur noch vier oder fünf Häuser permanent bewohnt wurden, der Rest wurde nur noch als Sommerhäuser benutzt. Sein Fisch war jedenfalls sehr lecker!

Wir hatten nach dem Besuch von Kuggören noch nicht genug vom Meer und fuhren erstmal weiter nach Hölick, das für seine schönen weißen Sandstrände bekannt ist. Hier wollten wir eigentlich baden, aber inzwischen war es nicht nur windig und kühl, sondern es fielen auch immer wieder Regentropfen. Also machten wir nur einen kleinen Spaziergang an den Strand und ließen Mattis dort spielen. Als der Regen stärker wurde, kehrten wir den wunderschönen Stränden wieder den Rücken. Auf dem Bauernhof warteten schließlich die Tiere auf uns!

Am nächsten Tag stand ein Besuch in Hudiksvall auf dem Programm. Wir schlenderten durch das kleine Hafenstädtchen, machten Fika – na klar – und sogar in Ruhe zu Mittagessen und einen Spaziergang an den Hafen machen, während Mattis im Kinderwagen schlief.

Das Wetter war leider nicht immer auf unserer Seite, aber es hätte auch schlimmer kommen können. Als Familie sind wir durchaus auf unsere Kosten gekommen, hatten eine schöne Zeit miteinander, haben mit Tieren gespielt, neue Orte gesehen und viel Zeit füreinander gehabt. Für mein fotografisches Hobby hätte ich mir anderes Wetter (und wie immer mehr Zeit) gewünscht, aber es war ja schließlich ein Familienurlaub. Und ich konnte auch so viele Impressionen und Erinnerungen sammeln, sowohl auf der Speicherkarte und in meinem Herz – sowohl von schönen Landschaften als auch von meiner wunderbaren Familie.

Urlaub im eigenen Land ist wirklich zu empfehlen. Obwohl ich bereits seit einigen Jahren hier lebe, gibt es immer noch unglaublich viel zu entdecken. Habt ihr Tipps für mich, was ich mir in Schweden unbedingt mal ansehen muss?

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