Wandermonat Mai

Wie herrlich es gerade in den Wäldern ist! Die Sonne bringt das unendliche Meer an knallgrünen Blaubeerbüschen zum Leuchten, die mächtigen Kiefern strecken sich zum blauen Himmel und eine warme Brise bringt das Wasser der Waldseen zum Kräuseln.

Ich bin diesen Monat viele kurze Strecken gewandert. Es müssen ja nicht immer lange Tageswanderungen sein. Manchmal reicht die Zeit dafür einfach nicht. Stattdessen war ich oft im Wald – sobald ich ein wenig Zeit hatte. Alleine, mit Jonas und Mattis und mit einem Freund. Abwechslungsreich und jedes Mal wunderbar.

Majvandringar Maiwanderungen © Birte Leonhardt Bogg | www.by-addy.com
Ich wandere am Strand des Sees Jugan

Zu Beginn des Monats wanderten wir noch mit Jacken, Regentropfen und dicken Wolken als Begleitung, aber schon bald hörte ich im Wald ein emsiges Surren von wilden Insekten und fühlte, wie sich langsam Schweißtropfen am Rückgrat bildeten. Im Mai ist es hier in Schweden wunderbar im Wald – alles wird täglich grüner – und da der Frühling recht trocken war, haben uns bisher auch noch keine Stechmücken geplagt.

Ich finde es toll, dass wir auch als Familie immer öfter wandern gehen. Mattis ist ein toller Waldläufer und kämpft sich ohne zu quengeln über Wurzeln und Steine. Schnell geht es natürlich nicht – es gibt ja so vieles zu entdecken! „Ameise!“, ruft er zum Beispiel plötzlich, setzt sich in die Hocke und schaut fasziniert dem kleinen Krabbeltierchen zu. Er sammelt Steine und Zapfen, die er dann bei nächster Gelegenheit in einen Bach oder anderes Gewässer wirft. Wenn die Beine müde werden, will er auf Papas starkem Rücken im Tragestuhl sitzen. Dann klingt plötzlichen ein Lachen durch den Wald, denn dann wird gesungen und gewitzelt. Ich laufe hinterher, mache Fotos und lache leise vor mich hin. Meine Familie!

Eine Fikapause ist bei unseren Waldausflügen obligatorisch – hier direkt an einem Wasserfall in Orsa

Ich glaube meine längste Wanderung im Mai war knapp über 4 km. Darf ich das trotzdem Wandern nennen? An dem Tag liefen wir um den Waldsee Musi im Wald von Bonäs und haben am Sandstrand Pause gemacht. Diese Wanderung war mein Muttertagsgeschenk und ich konnte mir keinen schöneren Tag wünschen.

Der Wanderpfad führte zwischenzeitig direkt am Ufer entlang
Ich konnte es nicht lassen, die Füße ins kristallklare Wasser zu stecken

Aber auch mit kurzen Wanderungen, kann man einen kompletten Wandertag füllen, habe ich gemerkt. Zusammen mit einem Freund habe ich einen warmen, sonnigen Wandertag voll ausgenutzt und wir haben nicht weniger als drei Wanderungen an einem Tag abgehakt – eine schöner als die andere! Eigentlich waren nur zwei geplant, aber wir konnten nicht genug kriegen…

Wir haben sogar Moltebeeren entdeckt, die vermutlich im Juli reif werden

Auf kleinen Pfaden wanderten wir über Berge und Hügel, suchten im Wald von Solleråsen nach einer Ruine, die wir nie fanden und aßen Mittagessen an einem wunderschönen Waldsee. Wir haben die Aussicht über Wälder und Seen genossen und kämpften uns atemlos den steilen Gesundaberget hinauf. Atemlos wird man hier übrigens nicht nur vom steilen Anstieg, sondern auch von der atemberaubenden Aussicht!

Aussicht über die Insel Sollerön

Ich finde, ich bin richtig gut darin geworden, auf Mikroabenteuer loszuziehen! Und auch wenn ich diesen Sommer ein paar längere Tageswanderungen geplant habe, werde ich auch weiterhin viele kleine Touren machen. Diese kleinen Abenteuer fordern so wenig und bieten so viel! Ein bisschen Wasser und Fika in den Rucksack, eine Kamera mit aufgeladenem Akku und vielleicht etwas Gesellschaft – mehr ist nicht nötig.

Habt ihr im Mai schon Mikroabenteuer erlebt? Wie sieht denn bei euch ein klassisches Mikroabenteuer aus? Erzählt mir gerne davon! Und falls ihr mal einen Urlaub am Siljansee verbringt und gerne wandert, könnt ihr euch in der Kategorie Wanderungen ein paar schöne Tipps holen.

0

Schreibe einen Kommentar